Desinfektionsmittel Jod

Deinfektionsmittel Jod

Iod in der Heilkunde Sie verhindert das Wachstum von Keimen und wirkt gegen alle wesentlichen Krankheitserreger, die eine Entzündung der Körperhaut hervorrufen können. Es ist als gängiges Desinfektionsmittel für den Einsatz auf den Oberflächen von Schleimhäuten und Schleimhäuten geeignet und wird daher zur Wund- und Desinfektionshygiene vor der Operation eingesetzt. In der Vergangenheit wurde Jod in der Regel in Gestalt von Jodtinkturen (Tinctura Iodi) zur Hautdesinfektion vor einer Operation und kleinen Verletzungen eingesetzt.

Deshalb und wegen der Allergie wird Jod heute zur Entkeimung und als antiseptisches Mittel vorzugsweise als Povidon-Jod (PVP-Jod) eingesetzt. Povidon Jod ist eine Form von Joddepot, das Jod allmählich freisetzt. Povidonjod wird auf die intakte Außenhaut und die Schleimhäute aufgetragen, z.B. vor einer Operation, Entnahme, Blutabnahme oder Injektion, um den Bereich zu deinfizieren.

Sie ist auch für die Handdesinfektion geeignet. Povidon-Jod ist auch für die wiederholte, langfristige Therapie geeignet: bei Wundversorgung, Verletzten, Verbrennungen, Hautsymptomen und Hautkrankheiten. Allerdings haben Jod enthaltende Desinfektionsmittel auch Nachteile: Sie dürfen bei Hyperthyreose oder Hashimotos Thyreoiditis nicht in großen Stückzahlen eingenommen werden. Im Umgang mit Vollblut, Pusten und Wundsekret (Wundexsudat) wird das Jod deaktiviert und die wirkende Desinfektionswirkung gestört.

Schwächlich strahlendes Jod kann auch für eine Szintigraphie verwendet werden. Während einer solchen Prüfung der Schließmuskulatur sammelt sich das Kondensat im Organsystem an und kann dort über seine Bestrahlung nachweisbar sein. Besonders geeignet ist dieses kernmedizinische Verfahren zur Differenzierung von kalten und heißen Knötchen sowie zur Bewertung der morphologischen und gewebetechnischen Struktur der Drüse.

In der Radioiodtherapie (RJT oder RIT), einer kernmedizinischen Therapiemethode, wird Jod zur Therapie der Autonomie der Schilddrüse, der Basedowkrankheit, der Vergrößerung der schilddrüsenfunktion und einiger Krebsarten der schilddrüsenfunktion verwendet. Die verwendeten Radiopharmazeutika werden nur von den Hormon produzierenden Haarfollikelzellen der Schaltdrüse absorbiert und zerstören örtlich überflüssiges oder malignes Hautgewebe. Iod ist auch als Vorbeugung zum Schilddrüsenschutz bei einem Störfall in einem Atomkraftwerk gedacht.

Im Rahmen der nuklearen Spaltung wird neben anderen aktiven und nicht nuklearen Substanzen auch das radioaktive Jod erzeugt. Die Verbreitung dieser Radiojodisotope kann über den Niederschlag einer nuklearen Explosion erfolgen. In unserem Organismus wird das radioaktive Jod auf die gleiche Weise wie das natürliche Jod behandelt: Nachdem es von der Luft, die wir atmen, aufgenommen wurde, wird es in der Trockenschilddrüse gespeichert. Allerdings steigt durch die von radioaktivem Jod emittierte Strahlenbelastung die Gefahr von Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse, insbesondere bei Kleinkindern und Heranwachsenden sowie beim ungeborenen Kleinkind in der Gebärmutter.

Mit der vorherigen Verabreichung von Iodtabletten ( "Kaliumjodidtabletten") soll die Lagerung von strahlendem Jod vermieden werden. Bei hoher Dosierung ist die Drüse mit nicht radioaktivem Jod angereichert. Durch die Übersättigung wird die Speicherung von strahlendem Jod in der Schließmuskulatur weitestgehend unterbunden. Für die bestmögliche Wirksamkeit ist die frühzeitige Aufnahme von Verdauungstrakt ausschlaggebend. Iodtabletten für die Iodblockade sollten nicht mit Iodtabletten verwechselt werden, die zur Therapie von Schilddrüsenerkrankungen verordnet werden.

Andererseits sollten Jodblockaden-Tabletten aufgrund ihrer höheren Joddosierung nicht zur Therapie von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt werden. Im Anschluss an den Atomunfall von Tschernobyl wurde nicht-radioaktives Jod an die polnische Bevoelkerung - insbesondere an Waisenkinder - abgegeben, um sie vor der Atomwolke zu schuetzen.

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