Klinik-Hygiene

Klinik-Hygiene Gemeinschaftskrankenhaus

Kampf den bösen Mikroorganismen?

Ohne Zweifel stehen Mikroorganismen am Anfang des Lebens auf unserer Erde. Sie sind in der Natur weit verbreitet und kommen außer in Mensch und Tier im Boden, im Wasser und in der Luft vor. Meist gelten sie als unsichtbare Feinde, vor denen man sich fürchten muss - listige Winzlinge, die mit nichts anderem beschäftigt sind, als heimtückisch auf der Lauer zu liegen, um die Menschheit mit vielfältigen Plagen zu überziehen. Noch in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war man der euphorischen Meinung, Infektionskrankheiten bald völlig ausgerottet zu haben. Diese Ansicht hat nur wenige Jahre überstanden, denn es sind nicht die „bösen“ Krankheits“erreger“, die uns krankmachen.

Bildquelle: Thieme Verlag, Stuttgart

 

Warum bleibt der Mensch gesund?

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Dies wird durch ein völlig anderes Denken erlebbar, wenn die Frage gestellt wird, „warum bleibt der Mensch gesund?“ Was ist das Besondere an Menschen, die trotz extremster Belastungen nicht krank werden? Dieses Salutogenese-Konzept von Aaron Antonovsky (1923-1994) gilt in der modernen Gesundheitsforschung als einer der perspektivreichsten Ansätze. Er fragt nach den Eigenschaften und Fähigkeiten, die den gesunden, gleichfalls unter Belastung gesund bleibenden Menschen auszeichnen.

Entwicklungen der Hygiene und Herausforderungen durch Bakterienresistenzen

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Zum Schutz des Menschen vor Mikroorganismen wurde inzwischen ein dichtmaschiges Netz gespannt. Die Knoten des Netzes sind Hygieneregeln, Schutzimpfungen, Meldepflichten, Quarantäne, Schädlingsbekämpfung, Trinkwasser- und Lebensmittelüberwachung und, wenn es ernst wird, die Antibiotika. Die weltweit zu beobachtende vermehrte mikrobielle Resistenzentwicklung bei Bakterien, Parasiten und Viren gegen diese Medikamente stellt uns in den Krankenhäusern vor besondere Herausforderungen. Zum großen Teil schaffen wir die Bedingungen für ihre Verbreitung selbst. Bedeutsam ist der Selektionsdruck durch Antibiotikaanwendung bei Mensch und Tier, die die Vermehrung resistenter Stämme begünstigt.

Realisieren sinnvoller Standardhygiene

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Wir Mitarbeiter bemühen uns täglich, praxisnahe Infektionsprävention auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Empfehlungen in die Tat umzusetzen. Dazu gehört das sorgfältige Beachten von Standard-Hygienemaßnahmen als Basis der Infektionsprävention aller mit dem Patienten arbeitenden Berufsgruppen, dazu zählen:

 

 

  • eine besondere Sorgfalt des Händewaschens und der Händedesinfektion mit Verzicht auf Schmuck an Händen und Unterarmen,
  • Benutzen und korrektes Wechseln von Schutzhandschuhen und Schutzschürzen, in speziellen Fällen Mund-Nasenschutz und/oder Schutzbrille,
  • gezielte Reinigung, Desinfektion und Sterilisation,
  • konsequenter Schutz vor Stich- und Schnittverletzungen.

Eine sorgfältige Beachtung der Standard-Hygienemaßnahmen in der täglichen Praxis bei allen Patienten würde Übertragungen potentiell pathogener Keime stark reduzieren; spezielle aufwändige Isolierungsmaßnahmen könnten sich damit häufig erübrigen.


Krankenhaushygiene kann sich heute im Wesentlichen auf wissenschaftlich begründete Fakten, Daten und vielfache internationale Erfahrungen und Erkenntnisse berufen. Um die Übersicht zu behalten und dieses Wissen anzuwenden, wird an dieser Veröffentlichung seit 2004 gearbeitet.

Franz Sitzmann


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Franz Sitzmann ist Krankenpfleger, Hygieneberater und Lehrer für Pflegeberufe. Er ist Mitautor der Broschüre „Aus Fehlern lernen” des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V., (APS, http://www.aps-ev.de/fileadmin/fuerRedakteur/PDFs/Broschueren/Aus_Fehlern_lernen_0.pdf). 

Als Mitherausgeber von THIEMEs Pflege und Autor von Lehrbüchern, z. B. Hygiene Kompakt" und „Hygiene daheim“ aus dem Verlag Hans Huber, Bern befasst er sich mit einer Reihe beruflicher Alltagsrisiken.