UV-Strahlung ist weder zu sehen noch zu spüren und auch dann vorhanden, wenn die Sonne nicht direkt scheint. Sie ist ein wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs, den man vermeiden kann. Die Erkrankungsrate für den schwarzen Hautkrebs, die gefährlichste Form, hat sich in Deutschland seit den 1980er-Jahren mehr als verdreifacht. Wer ein paar Grundregeln befolgt, senkt sein Risiko deutlich.

Sonnencreme allein reicht nicht. Schatten, Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen mindestens ebenso viel bei. Die Creme für unbedeckte Haut muss großzügig dosiert und regelmäßig erneuert werden. Der UV-Index ist eine Zahl. Er gibt die Stärke der ultravioletten Strahlung an und zeigt, wie viel Schutz an einem bestimmten Tag nötig ist.

Was UV-Strahlung in der Haut anrichtet

Sonnenbrand ist die sichtbare Folge zu starker UV-Strahlung, aber nicht die einzige. Die Strahlung ist nachweislich krebserregend, ob von der Sonne oder künstlich, etwa im Solarium. Sie schädigt das Erbgut von Hautzellen und kann Hautkrebs verursachen. Der Körper repariert einen Teil dieser Schäden selbst. Wer sich über Jahre immer wieder stark belastet, erhöht das Risiko, dass Jahrzehnte später Hautkrebs entsteht.

Die ultraviolette Strahlung erreicht die Haut in zwei Formen, die unterschiedlich tief eindringen. UV-A dringt bis in die Lederhaut vor, also in die tiefere Hautschicht. Sie verursacht kaum Sonnenbrand, beschleunigt aber die Hautalterung. Zudem erhöht sie das Risiko für den schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom. UV-B dringt weniger tief ein und erreicht die Oberhaut, die oberste Hautschicht. In Maßen ist sie für die Vitamin-D-Bildung nötig. Bei ungeschützter und übermäßiger Bestrahlung verursacht sie Sonnenbrand und kann langfristig zu weißem Hautkrebs führen, also zu Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen.

Dass UV-Strahlung krebserregend ist, wissen 96 Prozent der Menschen in Deutschland. Dennoch hatte laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage fast die Hälfte der Menschen in Deutschland in den zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal einen Sonnenbrand. Unter den 18- bis 34-Jährigen waren es acht von zehn.

Den UV-Index im Alltag nutzen

Der UV-Index ist eine weltweit einheitliche Zahl. Sie gibt an, wie stark die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung am Boden an einem Tag ist. Die Skala reicht von niedrigen bis zu sehr hohen Werten. Werte bis 2 gelten als niedrig, 3 bis 7 als mittel bis hoch. Ab 8 gelten sie als sehr hoch bis extrem. In Deutschland sind im Sommer Werte bis 8 oder 9 üblich. In hohen Gebirgsregionen im Süden können sie höher ausfallen.

Die stärkste UV-Belastung fällt in die Mittagsstunden. Liegt der UV-Index zwischen 3 und 7, sollten Sie sich mittags im Schatten aufhalten und Haut und Augen schützen; ab einem Index von 8 ist es besser, in der Mittagszeit im Haus zu bleiben.

Der UV-Index lässt sich nicht erfühlen. Weder Wärme noch Helligkeit verraten zuverlässig, wie stark die Strahlung tatsächlich ist. Auch bei bedecktem Himmel dringt UV-Strahlung zur Erde. Leichte Bewölkung bietet keinen Schutz. Dichte Wolken reduzieren die Strahlung, während bestimmte Schleierwolken sie sogar verstärken können. Bei hoher Strahlungsintensität genügen mitunter 20 Minuten, um einen Sonnenbrand zu bekommen.

Bevor Sie längere Zeit ins Freie gehen, lohnt ein Blick auf den vorhergesagten UV-Index für Ihren Ort.

Kleidung und Schatten zuerst

Sonnencreme ist nicht das erste Mittel der Wahl. Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, beschreibt den wirksamen Schutz als Maßnahmen-Paket: „Besonders wichtig ist, hohe Belastungen durch UV-Strahlung zu vermeiden, Schatten zu suchen und Kleidung, Hut und Sonnenbrille zu nutzen. Für die ungeschützte Haut sollte dann Sonnencreme eingesetzt werden.“

Als Sonnenschutz ist Kleidung in der Praxis bislang wenig verbreitet. Nur 17 Prozent der Befragten der Forsa-Umfrage gaben an, lange Kleidung zu tragen, während 77 Prozent Sonnencreme verwenden. Dabei ist Kleidung der zuverlässigste Schutz: Je dichter und dunkler ein Stoff ist, desto besser hält er die Strahlung ab. Ein weißes Baumwollshirt bietet im nassen Zustand kaum noch Schutz, während feine Merinowolle einen hohen natürlichen UV-Schutzfaktor erreicht. Spezielle UV-Schutzkleidung kann bis zu 98 Prozent der UV-Strahlen absorbieren.

Der Schutz von Textilien wird als UPF angegeben, der Abkürzung für Ultraviolet Protection Factor. Je nach Material und Webart erreichen Stoffe UPF-Werte bis 80. Selbst das stärkste kosmetische Sonnenschutzmittel erreicht nur einen vergleichbaren Wert von 50. Beim Kauf von UV-Schutzkleidung lohnt der Blick auf das Prüfzeichen UV Standard 801. Es testet die Stoffe unter realitätsnahen Bedingungen, also nach Dehnung, Durchfeuchtung, künstlicher Bewitterung und definierten Alterungsprozessen.

Ein Hut mit breiter Krempe schützt Kopf, Nacken und Ohren. Schattenpausen in der Mittagszeit gehören ebenfalls dazu. Auch im Schatten ist die Haut nicht vollständig geschützt, denn ein Teil der UV-Strahlung erreicht sie als Streulicht.

Sonnencreme richtig anwenden

Beim Eincremen ist die zu sparsame Menge der häufigste Fehler. Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt, pro Quadratzentimeter Haut zwei Milliliter Sonnencreme aufzutragen. Für einen durchschnittlich großen Erwachsenen sind das etwa vier gehäufte Esslöffel für den ganzen Körper. Was zu wenig Creme bewirkt, beschreibt Susanne Weg-Remers vom Deutschen Krebsforschungszentrum: „Meist werden Sonnenschutzmittel zu sparsam verwendet, nicht ohne Folgen. Denn wird zum Beispiel nur die Hälfte der empfohlenen Menge verwendet, verringert sich der Lichtschutzfaktor um zwei Drittel und es kommt viel schneller zu Sonnenbrand.“

Der Lichtschutzfaktor hängt mit der Eigenschutzzeit der Haut zusammen. Das ist die Zeitspanne, die ungeschützte Haut aushält, ohne rot zu werden. Sie reicht von etwa zehn Minuten bei sehr heller Haut bis zu etwa 90 Minuten bei sehr dunkler Haut. Multiplizieren Sie die Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor, ergibt sich die theoretische Zeit, die Sie mit der Creme in der Sonne verbringen könnten. Von dieser Zeit sollten Sie nur etwa zwei Drittel tatsächlich im Freien verbringen und dann erneut eincremen.

Es gibt zwei Arten von Sonnencreme: Chemische Filter nehmen die UV-Strahlung auf und geben sie als Wärme ab; mineralische Filter reflektieren die Strahlung wie ein Spiegel. Chemische Sonnenschutzmittel tragen Sie mindestens 20 Minuten vor dem Sonnenkontakt auf. Mineralische Cremes wirken sofort. Nach dem Baden, Schwitzen und Abtrocknen sollten Sie nachcremen, auch bei wasserfesten Produkten.

Sonnencreme aus dem Vorjahr sollten Sie kritisch prüfen: Die Schutzwirkung lässt mit der Zeit nach. Auf der Verpackung geben viele Hersteller an, wie lange das Produkt nach dem ersten Öffnen verwendet werden kann, etwa 12 M für zwölf Monate. Innerhalb dieses Zeitraums garantieren sie bei pfleglichem Umgang die beworbene Schutzwirkung.

Kinder vor Sonnenbrand schützen

Die Haut von Kindern ist dünner und durchlässiger für UV-Strahlen als die von Erwachsenen, und die Schutzfunktion der Hornschicht entwickelt sich erst ab dem vierten Lebensjahr.

Quellen

  1. google.com · weder zu sehen noch zu spüren
  2. bfs.de · mehr als verdreifacht
  3. deine-gesundheitswelt.de · nachweislich krebserregend
  4. google.com · UV-A dringt bis in die Lederhaut
  5. google.com · 96 Prozent der Menschen in Deutschland
  6. google.com · von niedrigen bis zu sehr hohen Werten
  7. google.com · bei bedecktem Himmel dringt UV-Strahlung zur Erde
  8. google.com · bis zu 98 Prozent der UV-Strahlen absorbieren
  9. google.com · UPF-Werte bis 80
  10. dak.de · vier gehäufte Esslöffel für den ganzen Körper

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