Antibiotika wirken gegen bakterielle Infektionen, nicht gegen Viren [https://google.com/goto?url=CAESnwEB6zswFf5-WH1-1hgb7x98u9HHMiitUF-N7YJfTwL8TA-mK76-syFsNjw–iFssCP33FlQrMpuGzqTfymZMfolEI5Dl4v6YdXKRUy9aEhtxUDRY7mpjIhWVaQEevJGx3DOLHTNl2tDzdf44QkMDCK2KxXcaci-qFdJoiY4-iSHK-6UWbt2d8645ZRI_uEIsYfue2cxNTAz1i7AinUWWfo]. Bei Erkältungen, Grippe oder den meisten Formen von Bronchitis helfen sie daher nicht. In Deutschland sind sie verschreibungspflichtig [https://google.com/goto?url=CAESnAEB6zswFVplp6CzJAH0N_YDKcKw11oCAJJmG8sGlKmyGNc7C7B7SulKjOPVLfA3RzTiMAwXorNdjN2o_0JfLbiGWmDqw7Zgy0dNTEqfpoEwFfdNW2-qTqnSlUEmZg1PZ5te2Y4zlwyznNGpKw3slPrMEuoJpNkij3BcB8qzyotndRY9eV5qP6fMiXicBUWWc1wRsVrPBXOLqER-HMU]; nur eine Ärztin oder ein Arzt entscheidet, ob eine bakterielle Infektion vorliegt und welches Mittel geeignet ist.

Wie Sie das Antibiotikum einnehmen, beeinflusst, ob die Infektion ausheilt und ob sich resistente Bakterien ausbreiten. Resistente Bakterien sind Bakterien, gegen die das Medikament später nicht mehr hilft. Wichtig sind feste Einnahmezeiten, das richtige Getränk, die ärztlich festgelegte Dauer und der Umgang mit vergessenen Dosen.

Wann Antibiotika helfen

Antibiotika greifen Bakterien an, nicht Viren. Bei viralen Atemwegsinfektionen wie Erkältung, Grippe oder akuter Bronchitis sind sie wirkungslos. Ein Antibiotikum ist nötig bei manchen Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen oder einer Mandelentzündung, die durch Streptokokken (bestimmte Bakterien) ausgelöst wird.

Ob die Infektion bakteriell ist, klärt die ärztliche Untersuchung. Ein Antibiotikum ohne bakteriellen Grund einzunehmen, belastet den Körper unnötig und fördert Resistenzen. Bei Schwangerschaft, Kindern oder schweren Grunderkrankungen sollten Sie Mittelwahl und Dosierung ausdrücklich mit der Arztpraxis besprechen.

So nehmen Sie Antibiotika ein

Die meisten Antibiotika wirken am besten, wenn Sie sie in festen Zeitabständen einnehmen. So bleibt der Wirkstoffspiegel im Blut gleichmäßig. Üblich sind Abstände von 8 Stunden bei dreimal täglicher Einnahme und 12 Stunden bei zweimal täglicher Einnahme. Ein Wecker oder eine feste Alltagsroutine, etwa das Frühstück, hilft, die Zeiten einzuhalten.

Schlucken Sie die Tabletten mit einem großen Glas Leitungswasser, etwa 250 Millilitern. Milch, Säfte, Mineralwasser und Alkohol können die Aufnahme des Wirkstoffs beeinflussen. Sie eignen sich nicht zum Einnehmen. Ob Sie das Medikament vor, zum oder nach dem Essen nehmen, hängt vom Wirkstoff ab. Die Packungsbeilage und die Beratung in der Apotheke geben die genaue Anweisung.

Milch, Alkohol und andere Wechselwirkungen

Milchprodukte verursachen am häufigsten Probleme. Kalzium bindet bestimmte Antibiotika im Darm und verringert ihre Aufnahme deutlich, besonders bei Tetrazyklinen wie Doxycyclin und Fluorchinolonen wie Ciprofloxacin. Nach der Einnahme sollten Sie mindestens zwei Stunden warten, bevor Sie Milch, Joghurt oder Käse zu sich nehmen. Je nach Präparat kann ein Abstand von bis zu drei Stunden nötig sein. Welcher Abstand für Ihr Medikament gilt, steht in der Packungsbeilage.

Meiden Sie Grapefruit und Grapefruitsaft während der Therapie. Sie erhöhen die Konzentration vieler Antibiotika im Blut und können Nebenwirkungen verstärken.

Auf Alkohol verzichten Sie während der Behandlung vollständig. Einige Antibiotika lösen in Verbindung mit Alkohol eine Unverträglichkeitsreaktion mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzrhythmusstörungen aus. Bei Ciprofloxacin sollten Sie außerdem den Koffeinkonsum einschränken, weil das Antibiotikum den Abbau von Koffein hemmt.

Auch andere Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen. Blutverdünner, Mittel gegen Sodbrennen und Eisenpräparate sowie die Antibabypille können in ihrer Wirkung verändert werden. Nennen Sie der Ärztin oder dem Arzt deshalb alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, auch frei verkäufliche und pflanzliche Präparate.

Wie lange Antibiotika nötig sind

Die frühere Regel, eine Packung immer vollständig aufzubrauchen, gilt als überholt. Bei vielen Infektionen sind kürzere Therapien genauso wirksam wie lange. Eine 2016 veröffentlichte Studie bei Lungenentzündung zeigte, dass eine fünftägige Antibiotikatherapie einer zehntägigen nicht unterlegen war. Die nötige Dauer hängt von der Art der Infektion ab. Bei einer unkomplizierten Harnwegsinfektion kann ein einzelner Tag ausreichen. Schwere Infektionen mit Staphylokokken, bestimmten Bakterien, erfordern oft mehrere Wochen.

Das heißt nicht, dass Sie die Dauer selbst festlegen. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie rät, die Therapie nicht eigenmächtig zu beenden, nicht zu unterbrechen und keine Dosen auszulassen. Wann die Behandlung endet, bestimmt die Ärztin oder der Arzt. Das Ziel ist, so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig zu behandeln. Fühlen Sie sich vor dem geplanten Ende deutlich besser, sprechen Sie mit der Praxis, bevor Sie das Medikament weglassen.

Wenn Sie eine Dosis vergessen

Eine vergessene Dosis ist kein Grund zur Sorge. Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht automatisch die doppelte Dosis ein. Ob und wann Sie die Einnahme nachholen, hängt vom Medikament, der Dosierung und dem Zeitabstand ab. Die Packungsbeilage und die Apotheke geben die verlässliche Antwort. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie die Tablette bereits genommen haben, nehmen Sie keine zusätzliche Dosis ein. So vermeiden Sie eine versehentliche Doppeldosierung.

Nebenwirkungen und wann Sie Hilfe holen

Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen von Antibiotika. Etwa jede vierte bis fünfte Person ist betroffen. Meist klingen die Beschwerden nach der Behandlung von selbst ab.

Einige Wirkstoffe, besonders Fluorchinolone und Tetrazykline, machen die Haut lichtempfindlicher. Meiden Sie während der Therapie intensive Sonne oder schützen Sie die Haut mit Kleidung und Sonnencreme.

Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn der Durchfall länger als 48 Stunden anhält oder wenn starke Kreislaufbeschwerden, Atemnot oder ein schwerer Hautausschlag auftreten. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei lebensbedrohlichen Zuständen wählen Sie den Notruf.

Übrig gebliebene Antibiotika entsorgen

Bewahren Sie Reste nicht auf und geben Sie sie nicht an andere Personen weiter. Ein Antibiotikum, das für eine frühere Infektion verordnet wurde, passt selten zur nächsten Erkrankung. Bei falscher Anwendung kann es schaden. Entsorgen Sie übrig gebliebene Tabletten über den Hausmüll oder geben Sie sie in manchen Apotheken ab. Ausguss und Toilette sind ungeeignet, weil die Wirkstoffe ins Grundwasser gelangen und dort zur Resistenzbildung beitragen.

Quellen

  1. google.com · wirkungslos
  2. google.com · festen Zeitabständen
  3. google.com · Tetrazyklinen wie Doxycyclin und Fluorchinolonen wie Ciprofloxacin
  4. google.com · bis zu drei Stunden
  5. google.com · Grapefruit und Grapefruitsaft
  6. google.com · kürzere Therapien genauso wirksam
  7. google.com · nicht automatisch die doppelte Dosis

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